USA-Roadtrip Ostküste: Philly, die Liberty Bell und Lagerfeuer in New Jersey
Geschichtsmeile und Grenzgänger-Modus: Der zweite Tag meines Roadtrips an der US-Ostküste entwickelte sich zu einem perfekten Mix aus geschichtsträchtigen Weltbühnen, logistischen Glücksgriffen und einem wunderbar authentischen Ausklang am Lagerfeuer. Die Route führte mich aus dem gemütlichen Hauptquartier in New Jersey direkt über den Delaware River in die Wiege der amerikanischen Nation nach Philadelphia – und am Nachmittag für ein politisches Kontrastprogramm wieder zurück.
Der frühe Vogel fängt den Kaffee und die 10-Dollar-Wochenendperle
Mein Tag begann früh um 07:00 Uhr. Nach einer erfrischenden Dusche und dem ersten duftenden Kaffee im gemütlichen Apartment waren die Pläne für den Tag schnell geschmiedet. Das erste grosse Tagesziel hiess Philadelphia – eine Stadt, die mit ihrer tiefen historischen Bedeutung und einer pulsierenden Atmosphäre lockt.
Die knapp 40-minütige Fahrt in die Metropole verlief absolut flüssig. Schon bei der Einfahrt in die Innenstadt, unweit der majestätischen Philadelphia City Hall, gelang mir ein absoluter Volltreffer: Ich entdeckte ein öffentliches Parkhaus, das sich als wahre Wochenend-Perle entpuppte. Für gerade einmal unschlagbare 10 Dollar (wobei ein Schild bereits ankündigte, dass der Preis ab Juli 2023 auf 12 Dollar angehoben wird) konnte ich meinen Wagen dort für den kompletten Tag sicher abstellen. In einer amerikanischen Grossstadt ist das wie ein Sechser im Lotto!
Da der Magen nach der Fahrt ordentlich knurrte, steuerte ich als erstes zu Fuss ein kleines Frühstückslokal an. Die Wahl fiel auf einen frisch getoasteten, herzhaften Bagel und ein fluffiges Omelette, das mit klassischen Buttertoasts serviert wurde. Der perfekte Treibstoff für den anstehenden City-Marsch.






Auf den Spuren von Benjamin Franklin: Liberty Bell und Penn’s Landing
Frisch gestärkt startete ich meine Erkundungstour durch den historischen Kern der Metropole. Die architektonisch beeindruckende City Hall, der geheimnisvolle, wuchtige Freimaurertempel (Masonic Temple) und die Wirkungsstätten von Benjamin Franklin lagen direkt auf der Route.
Das absolute Pflichtprogramm war natürlich die legendäre Liberty Bell – eines der wichtigsten Symbole des amerikanischen Unabhängigkeitskampfes. Vor dem Pavillon hatte sich bereits eine kleine Warteschlange gebildet. Das lag allerdings nicht etwa an den Eintrittspreisen – der Zugang ist vollkommen kostenfrei, da das Areal der Nationalparkverwaltung untersteht –, sondern an den strikten Sicherheitsvorkehrungen. Jeder Besucher muss hier eine Flughafenschleuse inklusive Taschenkontrolle durchlaufen. Die Wartezeit hielt sich aber absolut in Grenzen, und so stand ich wenig später direkt vor der berühmten, rissigen Bronzeglocke.









Nach einer ordentlichen Portion Street-Art und einem Abstecher zum weltberühmten Love-Sign führte mich mein Weg weiter hinunter zum Penn’s Landing. Die weitläufige Uferpromenade direkt am geschäftigen Delaware River lädt perfekt dazu ein, sich bei einer frischen Brise ein wenig treiben zu lassen und die Silhouette der Stadt auf sich wirken zu lassen.
Bevor ich Philadelphia wieder verliess, wollte ich eigentlich noch eine praktische Erledigung abhaken und mir eine amerikanische SIM-Karte besorgen. Im lokalen T-Mobile-Store war die Warteschlange allerdings so gigantisch lang, dass ich das Vorhaben kurzerhand abbrach und auf einen späteren Zeitpunkt verschob.
mehr Infos über Philadephia
Diese geschichtsträchtige Metropole, oft liebevoll als „Philly“ bezeichnet, ist eine wahre Schatztruhe an Kultur, Geschichte und modernem Flair.
Geschichte und Bedeutung: Philadelphia hat eine immense historische Bedeutung für die Vereinigten Staaten. Hier wurde 1776 die Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet, was die Stadt zu einem wahren Symbol für die amerikanische Freiheit machte. Als ehemalige Hauptstadt der USA beherbergt Philadelphia zahlreiche Orte von historischem Interesse, darunter die Liberty Bell und Independence Hall, die an die Anfänge der Nation erinnern.
Kulturelle Vielfalt: Die Stadt ist stolz auf ihre kulturelle Vielfalt, die sich in ihren Stadtvierteln, Restaurants und Veranstaltungen widerspiegelt. In Stadtteilen wie Chinatown, Little Italy und anderen finden sich authentische kulinarische Erlebnisse aus aller Welt. Musikliebhaber können die reiche Jazz- und R&B-Geschichte der Stadt erkunden.
Kunst und Museen: Philadelphia ist ein Paradies für Kunstliebhaber. Das Philadelphia Museum of Art ist nicht nur für seine beeindruckende Sammlung bekannt, sondern auch für die berühmte Treppe, die in den „Rocky“-Filmen verewigt wurde. Das Barnes Foundation Museum beherbergt eine umfangreiche Sammlung von Meisterwerken berühmter Künstler.
Moderne Szene: Die Stadt hat auch eine lebendige moderne Seite. Stadtviertel wie Fishtown und Northern Liberties sind Heimat für junge Kreative, trendige Geschäfte, Boutiquen, Cafés und Kunstgalerien. Die Schreinerei-Werften am Delaware River bieten eine Mischung aus Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und Unterhaltung.
Kulinarische Köstlichkeiten: Die kulinarische Szene Philadelphias ist ein wahrer Genuss. Man kann nicht die Stadt besuchen, ohne sich ein Philadelphia-Cheesesteak, eine lokale Spezialität aus knusprigem Brötchen, dünn geschnittenem Rindfleisch und geschmolzenem Käse, zu gönnen. Die örtlichen Märkte wie Reading Terminal Market bieten eine Fülle von Gaumenfreuden.
Sportbegeisterung: Philadelphia ist auch für seine leidenschaftlichen Sportfans bekannt. Die Stadt beheimatet Teams wie die Philadelphia Eagles (Football), die Philadelphia 76ers (Basketball) und die Philadelphia Phillies (Baseball). Die Energie und Begeisterung in den Stadien sind ansteckend.
Insgesamt ist Philadelphia eine Stadt, die ihre reiche Geschichte mit modernem Flair verbindet. Von historischen Sehenswürdigkeiten bis hin zu pulsierenden Vierteln und kulinarischen Entdeckungen bietet die Stadt eine breite Palette an Erlebnissen. Egal, ob ihr Geschichtsinteressierte, Kunstliebhaber, Foodies oder Sportfans seid, Philadelphia wird euch mit offenen Armen empfangen und unvergessliche Eindrücke hinterlassen.
Totenstille in Trenton und ein Gastgeber mit Deutschland-Vergangenheit

Zurück hinter dem Steuer ging es ein Stück flussaufwärts nach Trenton, der offiziellen Hauptstadt des Bundesstaates New Jersey. Mein Ziel war das dortige State House-Capitol. Die Stadt präsentierte sich an diesem Samstagnachmittag wie komplett leergefegt, und da das politische Herz des Bundesstaates am Wochenende für Besucher verriegelt bleibt, musste ich mich mit einem ausgiebigen Fotostopp vor der goldenen Kuppel begnügen.
mehr Infos über das Capitol von New Jersey
Das Kapitol von New Jersey, offiziell bekannt als das „New Jersey State House“, ist der Sitz der Regierung des Bundesstaates New Jersey. Es befindet sich in der Hauptstadt des Bundesstaates, Trenton. Das Gebäude ist nicht nur ein politisches Zentrum, sondern auch ein historisches Wahrzeichen mit reicher Vergangenheit.
Das New Jersey State House wurde in mehreren Phasen erbaut und erweitert. Die erste Phase begann im Jahr 1792, als der Grundstein gelegt wurde. Das Gebäude wurde im klassischen Georgianischen Stil entworfen, der zu dieser Zeit in den Vereinigten Staaten populär war. Im Laufe der Jahre wurden jedoch Erweiterungen und Renovierungen vorgenommen, um den wachsenden Bedürfnissen der Regierung gerecht zu werden.
Ein interessantes Merkmal des Kapitols von New Jersey ist seine goldene Kuppel, die einen prominenten Platz in der Skyline von Trenton einnimmt. Die Kuppel ist von weitem sichtbar und verleiht dem Gebäude eine markante Silhouette. Sie wurde während einer Erweiterung in den 1840er Jahren hinzugefügt.
Das Innere des New Jersey State House ist genauso beeindruckend wie die äußere Fassade. Besucher werden von kunstvoll gestalteten Räumen empfangen, darunter der Senatssaal und das Versammlungsplenum. Historische Gemälde, Statuen und architektonische Details verleihen dem Gebäude eine besondere Atmosphäre.
Das Kapitol von New Jersey ist nicht nur ein Ort für politische Entscheidungsfindung, sondern auch für Bildung und Kultur. Es bietet Führungen an, die Besuchern die Geschichte des Gebäudes, seine Architektur und seine Bedeutung für den Bundesstaat näherbringen. Diese Touren ermöglichen einen Blick hinter die Kulissen des politischen Prozesses und erlauben es den Besuchern, einen Einblick in die Geschichte und Kultur von New Jersey zu erhalten.
Insgesamt ist das Kapitol von New Jersey ein Ort von historischer Bedeutung und politischer Relevanz. Ein Besuch bietet nicht nur die Möglichkeit, die Architektur und Kunstwerke zu bewundern, sondern auch einen tieferen Einblick in die Geschichte und Politik dieses vielfältigen Bundesstaates zu gewinnen.
Zurück in Mount Holly standen schliesslich die praktischen Erledigungen auf dem Zettel: Im nächsten Anlauf klappte es problemlos mit dem Mobilfunkvertrag, und im Supermarkt wurden die Vorräte für die kommenden Tage aufgestockt.
An der Unterkunft angekommen, ergab sich spontan ein unheimlich netter Austausch mit meinem Gastgeber über Gott und die Welt. Im Laufe des Gesprächs stellte sich heraus, dass er aufgrund seiner früheren beruflichen Tätigkeit sogar schon einmal für eine Weile in Deutschland gelebt hatte. Er war so gastfreundlich, dass er mir direkt anbot, die kleine Gasfeuerstelle im Innenhof für mich anzuzünden. Da der Hunger nach dem langen Marsch in Philly aber riesig war, bat ich ihn stattdessen erst einmal um einen ehrlichen Restaurant-Tipp in der Umgebung.
Geduldsprobe im O’Connors und der perfekte Ausklang
Er schickte mich schnurstracks zum irischen Restaurant „O’Conners“, dass in der Region für seine hervorragende Küche bekannt ist. Als ich dort ankam, war die Hütte bereits bis auf den letzten Platz besetzt, und das System spuckte eine sportliche Wartezeit von 45 Minuten aus. Anstatt hungrig auf einer Bank zu warten, überbrückte ich die Zeit einfach clever, fuhr für ein paar Besorgungen zum nahegelegenen Columbus Farmers Market und legte noch einen schnellen Tankstopp ein.
Pünktlich zum Aufrufen meines Tisches war ich zurück im Restaurant – und das Warten hatte sich definitiv gelohnt! Das Essen im O’Connors war schlichtweg köstlich, der Service unheimlich herzlich und die Atmosphäre wunderbar lebendig. Die verbrauchten Energiereserven waren im Nu wieder aufgefüllt.


Den krönenden Abschluss dieses genialen Tages bildete schliesslich der gemütliche Hinterhof meiner Unterkunft. Mein Gastgeber hatte Wort gehalten und das Lagerfeuer bereits entzündet. Bei einer guten Flasche Wein, dem beruhigenden Knistern der Flammen und dem Blick in den Abendhimmel liess ich die unzähligen Eindrücke zwischen Pennsylvania und New Jersey entspannt Revue passieren. Ein absolut abwechslungsreicher Tag ging zu Ende!
Etappe: Mount Holly (NJ) – Philadelphia (PA) – Trenton – Mount Holly (ca. 160 km / 100mi im Mietwagen)
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Hast du Fragen zu meiner Route durch Philadelphia oder möchtest du deinen eigenen Tipps für New Jersey teilen? Warst du selbst schon einmal an der Liberty Bell oder hast eine ähnliche „Parkplatz-Perle“ in einer US-Metropole entdeckt? Hinterlasst mir gerne einen Kommentar – ich freue mich auf deinen Input und den Austausch mit dir!